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Verlegetechnik im Rüttelverfahren.

Keramische Fliesenböden haben als dicht gebrannte mineralische Baustoffe eine Vielzahl entscheidender Vorteile. Sie garantieren eine hochstrapazierfähige Qualität mit jahrzehntelang zuverlässiger Haltbarkeit, selbst unter extremen Nutzungsbedingungen. Abgesehen von den unzähligen Variationen innenarchitektonischer Gestaltung, bieten keramische Bodenbeläge praktisch unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten in Verbindung mit einem abgestimmten Unterbau und der perfekten Verlegetechnik.

Die herausragenden Eigenschaften entsprechen den unterschiedlichsten Anforderungen:
• Der Belag ist äußerst unempfindlich und pflegeleicht.

• Extreme Punktbelastungen durch tonnenschwere Regale
  führen zu keinerlei Einstanzungen.

• Der homogene Fliesenbelag ist äußerst resistent gegen Säuren,
  Öle, Laugen und aggressive Chemikalien..
• Spezielle Dehnungsfugen, die im Belag fest verzahnt sind, garantieren optimalen Spannungsausgleich.

• Eingegossene Epoxydharz- Verfugungen bieten eine absolut geschlossene Oberfläche - praktisch wie Glas.
• Dadurch sind Fliesenböden besonders im Bereich staubfreier Fertigungsräume oder in der Lebensmittelindustrie geeignet.

• Keramikböden sind unempfindlich gegen Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung und bietet einen hohen Widerstand gegen Oberflächen- und Tiefenverschleiß.

• Kritische Anschlüsse an Treppen, Übergängen, Schachtabdeckungen usw. lassen sich ohne Schwierigkeiten maßgenau herstellen.

• Als natürliches Material sind Fliesenbeläge vollständig recyclingfähig.
Neben den technischen Bedingungen, die ein großflächiger Fliesenboden erfüllen muss, steht vor allem ein enges Terminraster für die Bauzeit im Vordergrund. Hier ist eine optimale Kombination perfekter Verlegequalität und zeitlich knapper Ausführungstermine gefragt. Das Rüttelverfahren macht diese Forderung effektiv realisierbar. Abgestimmt auf einen exakt ausgeführten Unterbau erfolgt das Einbringen der Fliesen –einschließlich der Dehnungsfugen ­ in systematischen Arbeitsstufen.
Die Beschaffenheit der Unterkonstruktionen ist für den späteren Belagaufbau von entscheidender Bedeutung. In der Regel handelt es sich bei Neubauten um Stahlbeton, der beim Erstarrungsprozess an der Oberfläche eine Sinterhaut bilden kann. Da sie als Trennschicht die Verbundfestigkeit zwischen Beton und Mörtel vermindert, müsste sie abgefräst oder aufgerissen werden.
Bei der Verlegung im Verbund wird der Rohbeton deshalb mit einer speziellen Haftbrücke vorbehandelt. Darauf wird der Mörtelbelag aufgebracht und manuell oder maschinell vorverdichtet abgezogen (Abziehmaschine).
Die Verlegung auf Trennschicht sieht den Einbau einer PE-Folie als Gleitschicht auf dem konstruktiv tragenden Untergrund vor. Sie trägt zum Abbau von Scherspannungen zwischen Belagsunterbau und der Tragekonstruktion bei. Darüber wird der mit Baustahl bewehrte Betonmörtel aufgebracht.
Schwimmende Belagskonstruktionen werden auf eingebauten Dämmschichten zur Wärme- bzw. Trittschalldämmung ausgeführt. Die oberste Dämmschicht wird ebenfalls mit einer PE-Folie abgedeckt, wobei die schwimmende, mit Baustahl bewehrte Platte des Mörtelbettes wiederum zum Abbau von Scherspannungen beiträgt.
Bereits bei der Planung legt man die Rastermaße für die in der Belagsfläche vorgesehene Aufgliederung der Dehnungsfugen fest. In das Belagsfeld wird der fabrikmäßig vorgefertigte Transportmörtel eingebracht und in der vorgesehenen Bauhöhe verteilt. Anschließend wird das Material mit entsprechender Vorverdichtung abgezogen.

Zur Verbesserung der Verbundhaftung zwischen keramischem Oberbelag und der Bettungsmörtelschicht erfolgt zunächst die Aufgabe einer Zementanreicherung, die unter Zugabe spezieller Haftemulsionen zusätzliche Festigkeit erreicht. Die Fliesen werden im gewünschten Verband 1/2, 1/3 oder 1/4 eingelegt. Vor dem Einrütteln der Fliesen ins Mörtelbett nässt man die Fläche und bestreut sie zum besseren Gleiten der Rüttelbohle mit feinem Quarzsand.


Das maschinelle Einklopfen der Fliesen in den Bettungsmörtel übernimmt die Rüttelbohle oder ein Rollenrüttler. Beim Überfahren der Beläge sorgt dabei die vibrierende Arbeitsfläche des Gerätes gleichzeitig für die Verdichtung des Verlegemörtels, wobei die aus dem Unterbau entweichende Luft über die Fugen abgeführt wird.

Der Rüttelvorgang bewirkt zudem eine Verflüssigung der Zementanreicherung, die im unteren Fugenraum aufsteigt und zur Verfüllung beiträgt. Alle Vorgänge dienen zur Optimierung der Verbundfestigkeit zwischen dem keramischen Oberbelag und seinem Verlegemörtel.


Das Verfugen erfolgt mit einer auf der Fläche verteilten Spezialschlempe, die mit dem Fugenteller maschinell eingerieben wird. Zur weiteren Verdichtung der Füllung und zur Vorreinigung des Belags wird anschließend eine trockene Fugenmischung aufgestreut, die man ebenfalls mit der Maschine einreibt. Im letzten Arbeitsgang sorgen angefeuchtetes Sägemehl und eine rotierende Bürste für die Entfernung des verbliebenen Zementschleiers.





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